Das Wappen der Stadt Barth
ine frühe Erwähnung des Barther Stadtwappens findet man in dem "Barthischen Chronicon" von Matthias Wichmann aus dem Jahr 1619: Er schreibt, "dass das Stadtwappen einen Manneskopf mit einem Barte zeigt."[1]

Dies war nicht immer so, wie der Barther Chronist Wilhelm Bülow in seiner 1922 erschienenen Chronik der Stadt Barth feststellt: "Als man aber später sich ein Stadtwappen wählte, dachte man nicht mehr an das ursprüngliche bord = Rand[2], sondern nur an bart und setzte deshalb in das Wappen zuerst 2 bärtige Köpfe, vielleicht mit Bezug auf die beiden regierenden Fürstenlinien, später einen Kopf, und um die Beschäftigung der Bewohner zu kennzeichnen, fügte man in dem ältesten Stadtsiegel das Fischerboot, später die drei Heringe hinzu.[3]

Heute führt die Stadt gemäß der Hauptsatzung der Stadt Barth in der Fassung vom 07.06.2000 das folgende Wappen (Abb. links): "Geteilt; oben in Silber ein hersehender, braun behaarter und bebarteter Manneskopf; unten in blau drei schrägliegende silberne Fische balkenweise. Auf dem Schild ein blau-silbern bewulsteter Bügelhelm mit goldenem Halskleinod und blau-silbernen Decken, geschmückt mit fünf silbernen Straußenfedern." Das Wappen vereint ein "redendes" Zeichen und Symbole des Erwerbs. So soll der bärtige Mannskopf offensichtlich den aus dem Slawischen[4] stammenden Ortsnamen bildlich wiedergeben, obwohl der Name Barth mit dem deutschen Wort "Bart" nichts gemein hat.

Eine weitere Theorie besagt, dass die Stadt von den Langobarden begründet wurde. Möglicherweise hat man auch aufgrund dessen das Wort genau genommen und in Umsetzung Männer mit "langen Bärten" für das Wappen gewählt.[5] Die Fische verweisen, wie Bülow bereits bemerkte, auf die traditionelle Fischerei, den Fischfang und den Fischhandel. Die Schildfarben Blau und Weiß deuten auf die Zugehörigkeit der Stadt zur ehemaligen Provinz Pommern hin.


Fußnoten:

1. Bülow, W.: Chronik der Stadt Barth, Barth 1922, S. 7.
2. Eine Theorie über die Entstehung des Wortes Barth: "In verschiedenen Sprachen gibt es das Wort bord (...), überall heißt es zu deutsch "Rand"(...). So im Englischen board, Niederländisch boord, Schwedisch und Dänisch bord; auch das französische Bord hat dieselbe Bedeutung. Die nun in den Landen Barth ehemals wohnten nannten ihren Wohnsitz bord, (...), weil er den Rand oder Saum des Meeres, die Küste bildete. In der Schriftsprache wurde dann dieses Wort bord in bard verwandelt;" zitiert nach Bülow, W. S. 9.
3. Ebd., S. 9.
4. Dass der Name Barth aus dem Slawischen stammt ist nur eine weitere Theorie über die Herkunft und Bedeutung des Stadtnamens. Siehe Fußnote 2 und 5.
5. Vgl. Bülow, W., S. 8.


 
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Im Laufe der Barther Geschichte gab es zahlreiche Variationen des Stadtwappens, wie auch diese beiden mit 2 Köpfen. Das untere Wappen befindet sich über der Eingangstür des Vineta-Museums, Lange Str. 16.