Persönlichkeiten in der Barther Stadtgeschichte (Auswahl)
Fritz Worm

Der spätere Lehrer und Heimatdichter wurde am 11. Juli 1863 als 11. Kind des Drechsermeisters Ferdinand Worm in der Wieckstraße geboren.
Nach dem Besuch der Grundschule in der Papenstaße absolvierte er ein Lehrerstudium und bekam 1884 bis 1886 seine erste Stelle als Volksschullehrer in Niepars.
Bis 1892 unterrichtete er in der Dorfschule und am Schloss die Kinder von Karnin. Die Wohnverhältnisse des Lehrers in dem kleinen Dorf waren sehr schlecht. Als in der Stralsunder Zeitung ein Artikel über die Wohnverhältnisse von Lehrern auf dem Lande erschien, brachte man diesen mit Fritz Worm in Verbindung.
Wegen dieser "rebellischen" Haltung wurde der Lehrer nach Alt Reddevitz auf der Halbinsel Mönchgut "strafversetzt".
Doch dort gefiel es Fritz Worm so gut, dass er bis zu seinem Tod 1931 gern in dieser von Traditionen reichen einmaligen Landschaft lebte.
Zu den Verdiensten Worms gehörte sein umfangreiches Schaffen plattdeutscher Literatur in Form von Gedichten, Erzählungen, Heimatbüchern und Theaterstücken.
Eines seiner Hobbys war die Bodenkunde. Man sah ihn oft mit gesenktem Blick über die Felder der Halbinsel streifen und nach Zeugen der Vergangenheit suchen. Seine zahlreichen interessanten Funde übergab er der Universität in Greifswald.
Der bedeutendste Fund war 1922 ein Herzogsgrab (Großsteingrab, auch Hünengrab genannt) aus der Jungsteinzeit (vor etwa 4000 Jahren) mit wertvollen Grabbeigaben. Die Grabstelle befindet sich am Weg zwischen Göhren und Alt Reddevitz.
Fritz Worm setzte sich sehr für die Erhaltung des Mönchguter Brauchtums und der Plattdeutschen Sprache ein.
Das Barther Kinderfest brachte er auf die Halbinsel, wo es auch heute noch so gefeiert wird.

In Barth wurde eine Straße nach Fritz Worm benannt.

Im Jahr 2000 ist ein Buch über Fritz Worm erschienen, welches das Leben anschaulich und lebendig schildert
Fritz Worm. Versuch einer Würdigung (Taschenbuch)
von Gabriela Risch, 111 Seiten
Reprint-Verlag Rügen (März 2000)
ISBN-10: 393513701X
ISBN-13: 978-3935137010


Lebensdaten

1863 Geboren am 11.07. in Barth als 11. Kind des Drechslermeisters Ferdinand Worm und seiner Frau Johanna, geborene Ahrens
1870 Besuch der Volksschule in Barth, danach Präparand in Grimmen
1884 Erste Lehrerprüfung am Seminar für Lehrerbildung in Pölitz b. Stettin; zweiter Lehrer an der Volksschule in Niepars
1885 Heirat mit Emma Wilhelmine Marie Dannenbaum am 09.08. in Barth
1886 Geburt der Tochter Emma am 18.05. in Niepars
Lehrer an der Volksschule in Karnin
1887 Geburt der Tochter Marie am 04.07. in Karnin
1890 Zweite Lehrerprüfung in Franzburg; endgültige Anstellung in Karnin bis zur Versetzung im Jahre 1892
1892 Volksschullehrer in Alt Reddevitz bis zur Pensionierung im Jahre 1928
1895 erste Humoresken "För Old un jung"
1898 Mitbegründer des Göhrener Strandtheaters
Gründung einer Laienspielgruppe, später Weiterführung als Trachten- und Tanzgruppe
bis 1902 Herausgeber der Wochenschrift "De truge Husfründ" mit meist mundartlichen Beiträgen
Veröffentlichung erster Sammlungen Mönchguter Sagen und Anekdoten; von jetzt an weitere Buchpublikationen, Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen und Journalen
1903 Gründungsmitglied des Mönchguter Lehrervereins
1908 Gründungsmitglied der rügenschen Ortsgruppe für Erhaltung der Mönchguter Volkstrachten; erstes Trachtenfest in Alt Reddevitz
1920 bis 1924 Ausgrabung des Herzogsgrabes in der Mönchguter Forst und weiterer prähistorischer Begräbnisstätten auf Mönchgut in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Greifswald
Unterstützung der Volkskundeabteilung des Kulturhistorischen Museums Stralsund bei Einrichtung einer Mönchgut-Stube durch Sammlung von historischer Kleidung, Hausrat, Werkzeug Mönchguts bis etwa 1928
1928 Ruhestand
- Umzug ins "Daheim", seinen Alterswohnsitz
- Ehrenschild für Verdienste in Vorpommern
- Ehrenmitgliedschaft im Mönchguter Lehrerverein
- 1931 Gestorben am 03.08. in Alt Reddevitz, Beisetzung am 06.08. auf dem Friedhof Middelhagen