Persönlichkeiten in der Barther Stadtgeschichte (Auswahl)
Der königlich-preußische Hofgartendirektor Ferdinand Jühlke (1815 - 1893)

Als Lehrer, Autor und aktives Mitglied in zahlreichen Gartenbauvereinen lieferte Jühlke einen entscheidenden Beitrag zur Förderung des (wissenschaftlich begründeten) Gartenbaus im 19. Jahrhundert.

Der in der vorpommerschen Kleinstadt Barth geborene Jühlke wurde bereits im Alter von 19 Jahren als Dozent an die landwirtschaftliche Akademie nach Eldena nahe Greifswald berufen.
In den folgenden Jahren beeinflusste er die gartenbautlichen Entwicklungen in der Region maßgeblich. 1858 siedelte Jühlke nach Erfurt über, wo er die alte Handelsgärtnerei C. Appelius übernahm und an der Erweiterung ihrer Welthandelsbeziehungen arbeitete.

Die 1865 von Jühlke initiierte 1. Internationale Gartenbauausstellung (IGA) sollte ein von der Fachwelt viel beachteter Erfolg werden. Bereits ein Jahr später wurde er zum Nachfolger des Königlich-Preußischen Hofgartendirektors Peter Joseph Lenné nach Potsdam berufen.
Hier reorganisierte er die Königliche Landesbaumschule und Gärtnerlehranstalt und pflegte das Erbe seines Vorgängers auf vorbildliche Art und Weise bis zu seinem Tod im Jahre 1893.

"... die Gartenkunst in ihren letzten Zwecken dient den höchsten künstlerischen und wissenschaftlichen Ideen und verschönert die Grundlage der sittlichen Weltordnung - das Familienleben! Sie ist deshalb auch eine Kunst des öffentlichen Lebens, weil sie die Materialien nach ästhetischen Ideen ordnet und verarbeitet. Bestimmt zum Dienste menschlicher Lebenszwecke, erhält die Gartenkunst von diesen allein ihre Aufgabe. Denn die Gesammt-Existenzen, in denen sich das wirthschaftlich-gesellschaftliche Leben der Menschen darstellt in Familie und Gemeinde, bedürfen auch der sorglichen Pflege von dieser Seite... Diesen verschönerten Schutz und die verfeinerte Nützlichkeit im Raum unter freiem Himmel verschafft die Gartenkunst und hilft damit der sittlichen Weltordnung den Boden bereiten zur Erleichterung und Verwirklichung der beabsichtigten wirthschaftlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Lebenszwecke."